Die Anfangszeit

HandspritzeDer Feuerschutz war schon immer eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Nach einer Zusammenstellung der statistischen Angaben über das Feuerlöschwesen im königlichen Bezirksamt Höchstadt a.d. Aisch für das Jahr 1876 standen damals eine 4rädrige Saug- und Druckspritze in Gremsdorf, eine kleine Karrenspritze ohne Saugwerk in Poppenwind und je eine Hand-Karren-Buttenspritze für Gremsdorf, Krausenbechhofen und Poppenwind zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Dazu kamen noch 52 Feuereimer, 2 Brandhaken und 2 Brandleitern in Gremsdorf, 15 Eimer, 2 Haken und 2 Leitern in Krausenbechhofen sowie 10 Eimer, 2 Haken und 2 Leitern in Poppenwind. Löschwasser konnte in Gremsdorf an 31, in Krausenbechhofen an 13 und in Poppenwind aus 8 Brunnen entnommen werden.

1887 wurden die Geräte von einer 60 Mann starken Pflichtfeuerwehr eingesetzt, bis dann am 13. Februar 1897 die Freiwillige Feuerwehr Gremsdorf gegründet wurde. Das Protokollbuch berichtet darüber:

„Am 13. Februar 1897 gründete sich in Gremsdorf eine Freiwillige Feuerwehr, derselben traten als Mitglieder bei:

 

 Johann Metzner

Landwirt

  Gremsdorf

 Georg Seeger

Schmiedemeister

  Gremsdorf

 Friedrich Götz

Schuhmacher

  Gremsdorf

 Georg Ruß

Landwirt

  Gremsdorf

 Max Peither

Schreinermeister

  Gremsdorf

 Georg Baier

Landwirt

  Gremsdorf

 Egid Ruß

Landwirt

  Gremsdorf

 Josef Dengler

Landwirt

  Gremsdorf

 Adam Dittner

Schmiedemeister

  Gremsdorf

 Paulus Schmitt

Landwirt

  Gremsdorf

 Georg Scheubel

Brauereibesitzer

  Gremsdorf

 Johann Junggunst

Maurermeister

  Gremsdorf

 Johann Maurer

Landwirt

  Gremsdorf

 Andreas Maurer

Landwirt

  Gremsdorf

 Johann Brettreich

Landwirt

  Gremsdorf

 Johann Hohl

Landwirt

  Krausenbechhofen

 Georg Ruß

Landwirt

  Krausenbechhofen

 Georg Baier

Landwirt

  Krausenbechhofen

 Heinrich Schickert

Landwirt

  Krausenbechhofen

 Franz Ruhmann

Landwirt

  Krausenbechhofen

 Johann Schuster

Landwirt

  Krausenbechhofen

 

Am 21. Februar 1897 wählten die Mitglieder Paul Scheubel zum 1. Vorstand. Hauptmann wurde Johann Metzner, Adjutant Georg Seeger, Kassier Andreas Maurer, Schriftführer Georg Scheubel, Zeugwart 1 Adam Dittner und Zeugwart 2 Konrad Gampel. Als Zugführer wurden gewählt Georg Ruß, Johann Maurer und Johann Brettreich.

Den ersten Einsatz hatte die neugegründete Wehr bereits im Herbst des gleichen Jahres, als durch einen zündelnden 9jährigen Buben in der Ortsmitte ein Feuer ausbrach, dem die Scheunen der Bauern Schmitt, Brettreich, Gampel und Kreß zum Opfer fielen. Der Ordnungsmann Friedrich Lengenfelder verletzte sich dabei durch den Fall auf einen rostigen Nagel und bekam lt. „Zeitung Feuerlöschwesen 1898/5“ für 16 Tage Arbeitsunfähigkeit einen Betrag von 29,88 M.

Die erste Generalversammlung am 2.1.1898 brachte u. a. in Punkt 3 folgenden Beschluß: „Der Antrag monatlich 5 Pf. zu erheben und alle halb Jahr einzusammeln, wurde auf ein Jahr genehmigt.“

Auf der ersten außerordentlichen Generalversammlung am 24. Juli 1898 stand die Wahl eines neuen Vorstandes auf der Tagesordnung: „Da unser seitheriger Vorstand Paul Scheubel durch Tod abgegangen ist, wurde Georg Scheubel als solcher neugewählt,“ so die Eintragung.

Im Jahr 1901 nahm die Wehr an der Prinzregentenfeier teil.

Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung am 7. April 1901 beschlossen:

1. „Betreff zur Feuerwehrbezirksversammlung am 12. Mai wurde beschlossen, dass an demselben Tag „Conzert nebst Ball“ abgehalten wird.
2. „Jeder Musiker 5 M erhält und der Saal nebst Eingang dekoriert wird, bezahlt aus der Vergnügungskasse.“

Zum Kauf der Saugspritze von der Firma Braun, Nürnberg, wurde mit Schuldschein von Paul Scheubel 400 M und von Georg Scheubel 200 M aufgenommen. 196 M wurden beim „Verein“ aufgenommen.

Bei einem Brand am 08.10.1902 in Neuhaus erkältete sich der Spritzenmeister Adam Dittner. Er bekam Bauchfellentzündung und starb 3 Tage später, so „Zeitung für Feuerlöschwesen 1902/24“.


1903 wurde der „Schuldbestand“ an die Gemeinde überwiesen.


Für die Feuerwehrfeste in Röttenbach und Alterlangen wurden jeweils 10 Mann abgeordnet. Zuvor wurde noch der Anschaffung von Röcken zugestimmt. „Jedes Mitglied, das einen „Kittel“ erhält, muss 1 M anzahlen.“


Über die schlechte Zahlungsmoral wurde Klage geführt und Strafmaßnahmen angedroht und die „Erneuerung der Sterbekasse“ beschlossen. „Ferner wurde beschlossen, dass 3 Mitglieder mit ihren Monatsbeiträgen noch rückständig sind und dieselben aufgefordert wurden, innerhalb acht Tagen zu zahlen, widrigenfalls sie vom Verein ausgeschlossen werden. Den Mitgliedern wurde ferner noch erklärt die Pünktlichkeit, die Ordnung und die Verhaltensmaßregeln bei Bränden und Übungen.“


Am 12.4.1912 wurde in der Monatsversammlung beschlossen: „Am 50jährigen Stiftungsfest der Feuerwehr Höchstadt beteiligen sich alle.“


Die Generalversammlung am 9. Februar 1913 hatte Neuwahlen auf der Tagesordnung. Die Leitung setzt sich wie folgt zusammen:

 

 Georg Scheubel

Vorstand

 Sebastian Gampel

Hauptmann

 Georg Ruß

Adjutant

 Ludwig Wehner

Schriftführer

 Thomas Kestler

Kassier

 Balthasar Schuler

Zeugwart

 Paul Schmitt

Steigzugführer

 Johann Baier

Spritzenzugführer

 Fritz Geier

Ordnungszugführer

 Adam Dittner

Spritzenmeister


 
Für die Zeit von 1913 bis 1929 finden sich nur Eintragungen im Kassenbuch. Wiederholt sind Einträge wie: Pfarrer Reinlein für ½ Seelenamt1,55 M, zwei ½ Seelenämter 2,55 M zu finden.


Der 1. Weltkrieg holte auch in Gremsdorf seine Opfer. Der alljährliche Fastnachtsball und die üblichen Christbaumversteigerungen fanden nicht mehr statt. Rückzahlungen und Zinsen mussten an Frau Scheubel, an den Verein und an die Sparkasse in Höchstadt geleistet werden.

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