Die dunkle Zeit während des dritten Reiches

Erst 1920 kam neues Leben in die Wehr, 8 Neuzugänge hatten je 1 M Aufnahmegeld zu zahlen.

Ein ganz großer Tag für die FF Gremsdorf war die feierliche Weihe der ersten Motorspritze im „Bezirksamtsbereich“ Höchstadt im Jahre 1928. Sie wurde aus der „Ortsgemeindekasse“ Gremsdorf bezahlt. Die Anschaffung kam auf Betreiben des Vereinsvorstandes Georg Scheubel zustande, der auch Bürgermeister und Kreisbrandinspektor war.

Mit Kommandant Adam Dittner hatte man einen Motorspezialisten, der weitum als solcher bekannt war. Die Motorspritzengruppe bekam neue Uniformen und messingglänzende Helme, auf sie war die ganze Gemeinde stolz. Untergebracht war das neue, pferdebespannte Fahrzeug in einem früheren Ziegenstall des Gemeindehauses, bis dann, wieder von der Ortsgemeinde, die Scheune von Adam Dittner in der Ortsmitte gekauft werden konnte. Zum Kauf wurde eine „Ortsumlage“ bei den Hausbesitzern in Gremsdorf erhoben.

Die Bewährungsprobe hatte die neue „Spritze“ beim Brand der Kirche in Adelsdorf zu bestehen. Dazu kam Lob von allen Seiten.

1932 wurde folgende Vorstandschaft gewählt:

 Ludwig Wehner

 Vorstand

 Adam Dittner

 Kommandant

 Philipp Litz 

 Schriftführer

 Thomas Kestler

 Kassier

 Andreas Langgut 

 Adjutant

 Casimir Baur 

 Zeugwart

 Georg Gampel jun.

 Vereinsdiener

 Hans Wehner

 Steigzugführer

 Sebastian Brettreich

 Motorspritzenzugführer

 Adam Walter

 Handspritzenzugführer

 Adam Grau 

 Rottenführer I

 Johann Gebhardt 

 Rottenführer II

 Johann Martin

 Rottenführer III

 
Der Verein hatte nun großen Zuspruch gefunden. Ziel eines jeden Feuerwehrmannes war es nun, an die Motorspritze zu kommen. Aber auch damals waren dazu Beziehungen von Nutzen.


Zwei „Kompanien“ wurden nun gebildet, die erste für Gremsdorf, die zweite für Krausenbechhofen und Poppenwind.

Der Vereinsbeitrag, vor einem Jahr auf 10 Pf. pro Monat festgelegt, wurde wieder auf 5 Pf. zurückgenommen und er musste bis zum 60. Lebensjahr bezahlt werden.

52 Mitglieder waren mit „Röcken versorgt“ und 15 Gurte und 17 Helme waren vorhanden.


1934 wurde die Generalversammlung „vorschriftsmäßig einberufen“. Vorstand Ludwig Wehner trat zurück und Bäckermeister Philipp Litz wurde zum „Vereinsführer“ gewählt. Adam Dittner blieb Kommandant, Andreas Langgut Adjutant und Hans Litz wurde Schriftführer. 2. Adjutant wurde Adam Walter und Steigzugführer Hans Wehner. Sebastian Brettreich führte den Motorspritzenzug und Johann Martin den Handspritzenzug.

Am 17. Februar 1935 eröffnete Kommandant Adam Dittner mit dem Hitlergruß die Generalversammlung. Beschlossen wurde, dass monatlich eine Übung und dazwischen noch ein Appell gehalten werden müsse. Bei zweimaligem Fehlen wird das betreffende Mitglied ausgeschlossen und muss dann in der Pflichtfeuerwehr Dienst machen. Die Motorspritze soll der politischen Gemeinde übergeben werden. Nachdem der Ball beschlossen und über den Reichsluftschutzbund aufgeklärt worden war, hat der Kommandant ein „dreifach Sieg Heil auf unseren Führer“ ausgebracht und die Versammlung geschlossen.

Ab 1936 gab es den Vereinswalter Philipp Litz, den Kassenverwalter Thomas Kestler und den Schriftwalter Hans Litz. Kommandant war Adam Grau, der dann „Führer“ (= Vorstand) und Kommandant war.


Die Generalversammlung 1937 fand bei Mitglied Adam Walter, Poppenwind, statt. Der Führer der Wehr, Grau, eröffnete wie gewohnt. Er gab die wichtigsten Satzungen des neuen Feuerwehrgesetzes bekannt. U.a.: „Bei unentschuldigtem Fernbleiben von einer Übung wird gemäß Strafsatzung 50 Pf Strafe erhoben.“


1938 erteilte Grau nach üblicher Begrüßung dem Schrift- und Kassenwalter Hans Litz das Wort. Vor zahlreich erschienenen Mitglieder gab dieser die Kassenbewegungen bekannt und verlas die Namen der 20 Luftschutzfeuerwehrmitglieder. Bürgermeister Karl Scheubel sprach „ermahnende Worte“ und sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu. Beschlossen wurde, dass der seit 40 Jahren stattfindende Fastnachtsball am 27.2.1938 abgehalten wird. Wegen drohender Maul- und Klauenseuche fand dieser aber bereits am 12.2.1938 statt. Ab 15.2. waren dann alle Zusammenkünfte verboten.


Seit 1933 war die Ausbildung in der Wehr nicht nur für den Brandschutz ausgerichtet. Mit dem Kommando „In Sektion links, marschiert auf!“, ließ der (Feuerwehr-)Führer eine lange Kolonne antreten, militärisch exerzieren und marschieren. Wohin der Marsch ging, musste eine halbe Welt bitter erfahren. 40 Feuerwehrkameraden sahen die Heimat nicht wieder. Während des 2. Weltkrieges hat insbesondere Hans Wehner den Feuerschutz aufrecht erhalten, mit Kriegsverletzten und noch halben Kindern.

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